Was ist tiergestützte Intervention?

Unsere Qualifikation und die Grundlagen dieser Arbeit
Qualifikation

Warum ein Hund etwas möglich macht

Tiergestützte Intervention ist der Oberbegriff für alles, was passiert, wenn ein Tier gezielt und geplant in die Arbeit mit Menschen einbezogen wird. Nicht als Attraktion, sondern weil es etwas möglich macht, was ohne Tier schwerer wäre.

Man unterscheidet grob drei Bereiche. Die tiergestützte Aktivität ist die Begegnung selbst – Besuch, Nähe, Zuwendung, ohne festgelegtes Lernziel. Die tiergestützte Pädagogik verfolgt ein Bildungsziel, etwa Lesen üben oder soziales Lernen. Die tiergestützte Therapie verfolgt ein therapeutisches Ziel und gehört in die Hand entsprechender Fachleute; ein Hundeteam arbeitet dort zu, es behandelt nicht.

Ich arbeite in den ersten beiden Bereichen. Ich bin kein Therapeut und gebe mich nicht als einer aus.

Unsere Ausbildung

Gemeinsam mit meiner Australian-Cobberdog-Hündin Lotta habe ich an der Akademie van Schewick die Ausbildung für Besuchshundeteams im pädagogischen und therapeutischen Einsatz absolviert, von März bis November 2025. Dazu gehörten 16 Seminartage in Theorie und Praxis, Hospitationen in verschiedenen Einrichtungen und die eigenständige Erarbeitung vorgegebener Fachliteratur – zusammen rund 230 Stunden.

Lotta wurde vor Beginn der Ausbildung auf ihre Eignung getestet. Bestanden haben wir die Prüfungen in Theorie und Praxis und den Alltagssicherheitstest der Akademie.

Ausbildungszertifikat der Akademie van Schewick fuer Ralf Alef und Lotta
Ausbildungszertifikat der Akademie van Schewick – zum Vergrößern anklicken

Diese Qualifikation ist die Grundlage dafür, dass wir sicher und verantwortungsvoll in Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen und bei Lesungen auftreten können.

Warum es wirkt

Ein Hund bewertet nicht. Er weiß nicht, ob jemand Chefarzt war oder Hilfsarbeiter, ob jemand flüssig liest oder stockt, ob jemand seit drei Tagen nicht gesprochen hat. Er nimmt Kontakt auf oder er lässt es – und beides ist ehrlich.

Das nimmt Druck aus einer Situation. In der Fachliteratur heißt das Eisbrecherfunktion: Über das Tier entsteht ein Gespräch, das direkt nie zustande gekommen wäre. Dazu kommt das Naheliegende – Streicheln beruhigt, ein Hund im Raum senkt die Anspannung, und wer einen Hund begrüßt, richtet sich auf und wendet sich zu.

Was dazugehört – und wovon selten jemand spricht

Tiergestützte Arbeit ist nur so gut wie die Rücksicht auf das Tier. Ein Hund, der das nicht will, ist ungeeignet, egal wie freundlich er ist. Deshalb steht am Anfang jeder Ausbildung ein Eignungstest des Tieres, nicht des Menschen.

Für Lotta heißt das konkret: begrenzte Einsatzzeiten, jederzeit ein Rückzugsort, keine Situation, in der sie nicht ausweichen kann, und ein Abbruch, wenn ihr etwas zu viel wird. Das ist keine Nettigkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Arbeit überhaupt funktioniert.

Wofür wir das nutzen

In der Erinnerungsarbeit, wenn Menschen ihre Lebensgeschichte festhalten möchten und ein Hund im Raum die Anspannung nimmt. Und als Lesehund, wenn Kinder Lotta vorlesen und dabei zum ersten Mal merken, dass Vorlesen keine Prüfung sein muss.

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